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Gewerbe

Dienstwagen mit 0,25 Prozent und THG-Quote: was zusammen gilt

Ein Elektro-Dienstwagen bringt zwei Vorteile mit, die nichts miteinander zu tun haben: die 0,25-Prozent-Regel bei der Lohnsteuer und die THG-Quote für den Halter. Wer beide verwechselt, rechnet sich zu viel aus. Dieser Artikel trennt sauber, was das Einkommensteuergesetz regelt, was die 38. BImSchV regelt, und wer am Ende welches Geld sieht.

Redaktion thgverkauf.deZuletzt geprüft am 8 Min. Lesezeit

0,25 Prozent und THG-Quote: zwei getrennte Regeln

Beim Elektro-Dienstwagen treffen zwei Regeln aufeinander, die aus unterschiedlichen Gesetzen stammen und getrennt zu betrachten sind. Die 0,25-Prozent-Regel steht im Einkommensteuergesetz und bestimmt, wie hoch der geldwerte Vorteil ausfällt, wenn ein Mitarbeiter den Dienstwagen privat nutzen darf. Sie betrifft die Lohnsteuer und damit ausschließlich das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Finanzamt.

Die THG-Quote dagegen steht in der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung und hat mit der Lohnsteuer nichts zu tun. Sie regelt, wer für ein reines Batterieelektrofahrzeug eine Strommenge beim Umweltbundesamt anmelden und über einen Dienstleister verkaufen darf. Berechtigt ist nach § 7 Absatz 1 der 38. BImSchV, wer als Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen ist, unabhängig davon, wer den Wagen fährt oder wie er versteuert wird.

Für die Praxis heißt das: Beide Regeln laufen nebeneinander her, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Eine niedrigere oder höhere Dienstwagensteuer ändert nichts daran, wer die THG-Quote anmelden darf, und umgekehrt ändert eine verkaufte THG-Quote nichts am geldwerten Vorteil. Grundlagen zur THG-Quote insgesamt stehen in Was ist die THG-Quote.

Die Zahlen zum Elektro-Dienstwagen

Bruttolistenpreis-Grenze für die 0,25-Prozent-Regel bei reinen Elektrofahrzeugen
100 000 Euro
Quelle [1]
Allgemeiner Schätzwert je Elektro-Pkw und Verpflichtungsjahr, unabhängig vom Bruttolistenpreis
2 000 kWh
Quelle [5]
Frist, bis zu der die Meldung des Fahrzeug-Schätzwerts beim Umweltbundesamt vorliegen muss
15. November
Quelle [4]
Grenze für die Anrechnung eines Fahrzeugs im selben Verpflichtungsjahr
einmal je Jahr
Quelle [3]

Die 0,25-Prozent-Regel: Grenze und Wirkung

Für die Berechnung des geldwerten Vorteils setzt das Finanzamt normalerweise ein Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat an. Für reine Elektrofahrzeuge ist die Bemessungsgrundlage nach § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes nur zu einem Viertel anzusetzen, was in der Praxis 0,25 Prozent bedeutet. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug keine Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer hat, also rein batterieelektrisch fährt, und der Bruttolistenpreis 100 000 Euro nicht übersteigt.

Die Regel gilt für Fahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031 angeschafft wurden. Liegt der Bruttolistenpreis darüber, greift die Vergünstigung in dieser Form nicht, dann zählt eine andere Bemessungsgrundlage. Für den Halter der THG-Quote spielt der Bruttolistenpreis dagegen keine Rolle: Der Schätzwert nach § 7 der 38. BImSchV ist für alle Pkw der Klasse M1 gleich hoch, unabhängig vom Kaufpreis oder von der Dienstwagensteuer.

Wer bekommt die THG-Prämie beim Dienstwagen?

Entscheidend ist allein der Eintrag in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Steht dort die Firma als Halterin, gehört die THG-Quote der Firma, auch wenn ein einzelner Mitarbeiter den Wagen jeden Tag fährt und privat nutzen darf. Steht ausnahmsweise eine Privatperson als Halter im Schein, ist diese Person berechtigt, unabhängig vom Arbeitgeber.

Bei geleasten Dienstwagen kommt es auf den Leasingvertrag an: Meist ist der Leasingnehmer, also das Unternehmen, als Halter eingetragen, in Einzelfällen bleibt die Leasinggesellschaft im Schein stehen. Wer prüfen will, wer bei einem konkreten Fahrzeug berechtigt ist, sollte einen Blick in Feld C.1.1 bis C.1.3 der Zulassungsbescheinigung werfen, nicht nur in den Leasingvertrag. Mehr zum Leasingfall steht in THG-Quote beim Leasing.

Ein Halterwechsel während des Jahres, etwa durch einen Arbeitgeberwechsel des Mitarbeiters, ändert an einer bereits erfolgten Meldung nichts mehr: Die Anrechnung ist je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr nach § 7 Absatz 4 der 38. BImSchV nur einmal möglich, unabhängig davon, wie viele Halter das Fahrzeug im Jahresverlauf hatte.

Ist der Dienstwagen berechtigt?

Drei Angaben aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, dann steht die Antwort. Der Check rechnet nur die Regeln nach, die im Gesetz stehen, und speichert nichts.

Frage 1 von 3
Wie fährt dein Fahrzeug?

Steht im Fahrzeugschein unter Kraftstoff oder Energiequelle, Feld P.3.

Der Check ersetzt keine Prüfung. Verbindlich wird es erst, wenn wir den Fahrzeugschein gesehen haben.

Kein Lohnzufluss beim Mitarbeiter

Weil die THG-Quote an den Halter geht und nicht automatisch an die Person, die den Wagen fährt, entsteht für den Mitarbeiter aus der THG-Prämie normalerweise kein zusätzlicher geldwerter Vorteil. Die Prämie fließt an die Firma, nicht in die Lohnabrechnung. Das Bayerische Landesamt für Steuern ordnet die Zahlung für ein Fahrzeug im Betriebsvermögen als Betriebseinnahme ein, zusätzlich kann Umsatzsteuer anfallen, wenn das Fahrzeug dem Unternehmen zugeordnet ist.

Für ein Fahrzeug im Privatvermögen gilt dagegen: Die Zahlung ist eine nicht steuerbare Leistung, weder einkommen- noch umsatzsteuerpflichtig. Diese Unterscheidung betrifft aber die Firma als Halterin, nicht die Dienstwagensteuer des Mitarbeiters. Die 0,25-Prozent-Regel für die private Nutzung läuft komplett getrennt weiter und wird durch eine verkaufte THG-Quote weder höher noch niedriger.

Für den konkreten Einzelfall, etwa bei gemischter Nutzung oder wechselnden Haltern im Jahr, ersetzt dieser Überblick keine Steuerberatung.

Was im Überlassungsvertrag stehen sollte

Weil die THG-Quote formal der Firma als Halterin zusteht, lohnt sich ein Blick in den Dienstwagen- oder Überlassungsvertrag, bevor Unklarheiten entstehen. Sinnvoll ist eine klare Aussage, wer die Meldung beim Umweltbundesamt veranlasst und ob ein Anteil der Prämie an den Mitarbeiter weitergegeben wird. Eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht, das bleibt Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, üblich ist eine feste Regelung von Anfang an.

Wichtig ist außerdem die Frage, wer im Verpflichtungsjahr den Dritten bestimmt, der die Strommenge meldet. Nach § 5 der 38. BImSchV kann je Verpflichtungsjahr nur ein einziger Dritter bestimmt werden, ein Wechsel nach der Mitteilung ist ausgeschlossen. Wechselt ein Mitarbeiter während des Jahres den Dienstwagen oder den Arbeitgeber, sollte im Vertrag stehen, wer für das laufende Jahr bereits gemeldet hat. Firmen mit mehreren Elektro-Dienstwagen bündeln die Meldung oft über einen Sammelantrag, siehe THG-Quote für die Fahrzeugflotte.

Was im Überlassungsvertrag stehen sollte

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Frist und Ablauf bleiben unverändert

Am Ablauf ändert der Dienstwagen-Status nichts. Die Meldung des Fahrzeug-Schätzwerts muss nach § 8 Absatz 1 der 38. BImSchV bis zum Ablauf des 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres beim Umweltbundesamt eingegangen sein. Der oft genannte 28. Februar des Folgejahres betrifft ausschließlich Strom aus öffentlich zugänglichen Ladepunkten, nicht den Fahrzeug-Schätzwert. Diese Frist gilt für jeden Halter gleich, ob Privatperson oder Firma, ob mit oder ohne Dienstwagenregelung.

Welche Fristen und Pauschalen konkret für das laufende oder kommende Verpflichtungsjahr gelten, ändert sich jährlich und gehört auf die Jahresseiten thg2026.de und thg2027.de, nicht in diesen Grundlagenartikel. Fest steht: Für Pkw der Klasse M1, und ein Elektro-Dienstwagen ist in aller Regel ein M1-Fahrzeug, gilt derzeit ein allgemeiner Schätzwert von 2 000 kWh je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr, unabhängig von Marke, Ausstattung oder Bruttolistenpreis des Fahrzeugs.

Ablauf für den Elektro-Dienstwagen

  1. Vor der Meldung

    Der Überlassungsvertrag klärt, wer den Dritten für die Meldung bestimmt; je Verpflichtungsjahr kann nur ein einziger Dritter bestimmt werden.

    Quelle [2]

  2. Bis zum 15. November

    Der bestimmte Dritte meldet die Strommenge für den Dienstwagen beim Umweltbundesamt.

    Quelle [4]

  3. Nach der Prüfung

    Das Umweltbundesamt bescheinigt die energetische Menge und die errechneten Treibhausgasemissionen.

    Quelle [4]

  4. Nach dem Verkauf

    Ein quotenverpflichtetes Unternehmen kauft die Bescheinigung; der Erlös steht bei einem Firmenwagen als Betriebseinnahme in der Buchhaltung.

    Quelle [6]

Was die Auszahlung angeht

Zur Höhe der Auszahlung lässt sich vorab nichts Festes versprechen. Das Umweltbundesamt bescheinigt nur eine Strommenge und die daraus errechnete Treibhausgasminderung, keinen Geldbetrag. Für Pkw der Klasse M1 gilt bei uns eine Spanne bis zu 540 €*, der genaue Betrag steht erst fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat, und hängt von der Marktlage ab. Für andere Fahrzeugklassen nennen wir bewusst keinen Betrag, weil dafür keine verlässliche Grundlage existiert.

Ob die Prämie am Ende bei der Firma bleibt oder anteilig beim Mitarbeiter landet, regelt nicht das Gesetz, sondern allein der Überlassungsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Eine gesetzliche Pflicht zur Weitergabe gibt es nicht, ebenso wenig eine Pflicht, sie einzubehalten. Den Fahrzeugschein für einen Dienstwagen kannst du direkt hochladen, unsere Konditionen stehen unter Preise, offene Fragen beantwortet Fragen und Antworten.

Häufige Fragen

Wem gehört die THG-Prämie beim Dienstwagen, mir oder der Firma?

Das entscheidet allein der Eintrag in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Steht die Firma als Halterin im Schein, gehört ihr die THG-Quote, auch wenn du den Wagen fährst und privat nutzen darfst. Steht ausnahmsweise eine Privatperson im Schein, ist diese Person berechtigt. Wer bei deinem Fahrzeug eingetragen ist, verrät ein Blick in Feld C.1.1 bis C.1.3.

Muss ich die THG-Prämie als geldwerten Vorteil versteuern?

In aller Regel nein, weil die Prämie nicht an dich als Fahrer fließt, sondern an die Firma als Halterin. Das Bayerische Landesamt für Steuern ordnet die Zahlung für ein Fahrzeug im Betriebsvermögen als Betriebseinnahme der Firma ein, nicht als Lohn. Die 0,25-Prozent-Regel für die private Nutzung läuft davon unabhängig weiter.

Gilt die 0,25-Prozent-Regel für jeden Elektro-Dienstwagen?

Nur wenn zwei Bedingungen zusammenkommen: Das Fahrzeug fährt rein batterieelektrisch, und der Bruttolistenpreis liegt bei Anschaffung nicht über 100 000 Euro. Beides steht in § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes und gilt für Fahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031 angeschafft wurden. Über dieser Grenze zählt eine andere Bemessungsgrundlage.

Kann ich als Mitarbeiter die THG-Quote für den Dienstwagen selbst beantragen?

Nur, wenn du selbst als Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I stehst. Ist die Firma eingetragen, kannst du die Quote nicht an deinem Konto vorbei anmelden, weil das Umweltbundesamt die Meldung an den Halter-Nachweis knüpft. Ob die Firma einen Anteil weitergibt, regelt nur der Überlassungsvertrag.

Was gilt, wenn der Leasinggeber als Halter eingetragen ist?

Dann ist die Leasinggesellschaft berechtigt, nicht die Firma, die den Dienstwagen least. Das kommt bei einzelnen Leasingverträgen vor, auch wenn in der Regel der Leasingnehmer im Schein steht. Maßgeblich ist ausschließlich der Eintrag in Feld C.1.1 bis C.1.3, nicht die Vertragsgestaltung dahinter.

Ändert die THG-Quote etwas an der Dienstwagensteuer?

Nein. Die THG-Quote nach der 38. BImSchV und die Dienstwagenbesteuerung nach dem Einkommensteuergesetz sind zwei getrennte Regelungen mit unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Eine verkaufte THG-Quote erhöht oder senkt den geldwerten Vorteil aus der privaten Nutzung nicht, unabhängig davon, wer die Prämie am Ende erhält.

Quellen

  1. gesetze-im-internet.de/estg/__6.html
  2. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__5.html
  3. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__7.html
  4. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__8.html
  5. umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/dokumente/banz_at_28.08.2023…
  6. lfst.bayern.de/steuerinfos/weitere-themen/elektromobilitaet
  7. gesetze-im-internet.de/fzv_2023/anlage_6.html
  8. adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/elektroauto-fir…

Weiterführend

Redaktion thgverkauf.de. Zuletzt geprüft am . Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Der Auszahlungsbetrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.

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