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THG-Quote für E-Lkw (N2 und N3): Antrag für schwere Nutzfahrzeuge

Lastkraftwagen der Klassen N2 und N3 zählen zu den größten Stromverbrauchern im Straßenverkehr, und genau deshalb bringen sie auch die höchsten Schätzwerte für die THG-Quote mit. Seit August 2023 gelten für sie eigene Pauschalen nach der 38. BImSchV, deutlich über dem Wert für einen Pkw. Dieser Artikel zeigt, welche Schätzwerte gelten, wo die Fahrzeugklasse im Fahrzeugschein steht, wer bei Spedition, Leasing oder Flotte den Antrag stellt und welche Frist du einhalten musst. Jede Zahl mit Quelle.

Redaktion thgverkauf.deZuletzt geprüft am 8 Min. Lesezeit

Sind E-Lkw der Klassen N2 und N3 für die THG-Quote berechtigt?

Ja. Für Lastkraftwagen der Klassen N2 und N3 gibt es seit der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Umwelt vom 10. August 2023 eigene Schätzwerte für die anrechenbare Strommenge. Damit greift für sie derselbe Mechanismus wie für jeden anderen Elektro-Pkw: § 7 der 38. BImSchV erlaubt die pauschale Anrechnung von Strom, der außerhalb öffentlich zugänglicher Ladepunkte geladen wird.

Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein. Der Lkw muss ein reines Batterieelektrofahrzeug sein, ein Plug-in-Hybrid-Lkw fällt heraus, weil § 7 Absatz 1 nur reine Batterieelektrofahrzeuge nennt. Und er muss in Deutschland zugelassen sein, mit der Zulassungsbescheinigung Teil I als Nachweis.

Was diese Anrechnung am Ende wert ist, steht hier bewusst nicht: Der Betrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat. Die Grundlagen der THG-Quote insgesamt erklärt Was ist die THG-Quote?.

Die Zahlen zu E-Lkw und THG-Quote

Schätzwert je Fahrzeug der Klasse N2 und Verpflichtungsjahr
20.600 kWh
Quelle [4]
Schätzwert je Fahrzeug der Klasse N3 und Verpflichtungsjahr
33.400 kWh
Quelle [4]
Letzter Tag, an dem die Mitteilung für den Fahrzeug-Schätzwert beim Umweltbundesamt eingehen muss
15. November
Quelle [2]
Anrechnung je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr
einmal je Jahr
Quelle [1]
Für das Verpflichtungsjahr 2025 bescheinigte Fahrzeuge der Klassen N2 und N3
8.400 / 2.300
Quelle [6]

Wo steht die Fahrzeugklasse im Fahrzeugschein?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht die Fahrzeugklasse in Feld J. Für einen schweren Lkw findest du dort N2 oder N3. Die zulässige Gesamtmasse, die über die Klasse entscheidet, steht in den Feldern F.1 (technisch zulässige Gesamtmasse) und F.2 (im Zulassungsmitgliedstaat zulässige Gesamtmasse).

Die Grenzen zieht Anlage XXIX der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung: N1 bis 3,5 Tonnen, N2 über 3,5 bis 12 Tonnen, N3 über 12 Tonnen. Ein Fahrzeug, das ab Werk als N1 zugelassen ist und nachträglich auf über 3,5 Tonnen aufgelastet wird, rutscht dadurch in die Klasse N2, das ändert dann auch den Schätzwert. Maßgeblich ist immer der aktuelle Eintrag in Feld J, nicht das ursprüngliche Baumuster.

Modelle dieser Klassen findest du unter Mercedes eActros 600 und Volvo FH Electric. Die kleinere Klasse N1, etwa Transporter im Handwerk, behandelt E-Transporter im Handwerk, alle Felder der Zulassungsbescheinigung im Detail erklärt Fahrzeugschein für die THG-Quote.

Prüfen: ist dein Lkw berechtigt?

Drei Angaben aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, dann steht die Antwort. Der Check rechnet nur die Regeln nach, die im Gesetz stehen, und speichert nichts.

Frage 1 von 3
Wie fährt dein Fahrzeug?

Steht im Fahrzeugschein unter Kraftstoff oder Energiequelle, Feld P.3.

Der Check ersetzt keine Prüfung. Verbindlich wird es erst, wenn wir den Fahrzeugschein gesehen haben.

Wie viel Strom wird je E-Lkw angerechnet?

Für Fahrzeuge der Klasse N2 gibt die Bekanntmachung vom 10. August 2023 einen Schätzwert von 20.600 kWh je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr bekannt, für die Klasse N3 sind es 33.400 kWh. Beide Werte gelten pauschal, unabhängig davon, wie viel Strom der Lkw tatsächlich lädt oder wie viele Kilometer er fährt.

Zum Vergleich: Der allgemeine Schätzwert für Pkw und die meisten übrigen Klassen liegt bei 2.000 kWh, für leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1 bei 3.000 kWh. Ein schwerer Lkw bringt also ein Vielfaches des Schätzwerts eines Transporters oder Pkw mit, weil sein tatsächlicher Stromverbrauch entsprechend höher liegt.

Was diese Kilowattstunden am Ende wert sind, rechnen wir hier nicht in Euro um und schätzen auch keine eigene CO2-Minderung. Der Wert entsteht erst im Handel mit einem quotenverpflichteten Unternehmen.

Was ändert der Faktor 4 für N3 ab 2027?

Das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote vom 1. Juni 2026 fügt der 38. BImSchV einen neuen § 7 Absatz 6 hinzu. Danach wird die Strommenge, die für reine Batterieelektrofahrzeuge der Klassen M3 und N3 genutzt wurde, ab dem Kalenderjahr 2027 mit dem Faktor 4 multipliziert, statt wie bisher mit dem allgemeinen Faktor 3 nach § 5 Absatz 3.

Danach schmilzt der Faktor stufenweise ab: 3,5 ab dem Kalenderjahr 2035, 3 ab 2036, 2,5 ab 2037, 2 ab 2038, 1,5 ab 2039 und 1 ab 2040. Das ist eine Rechenregel der Verordnung, kein Versprechen für mehr Geld, denn was die bescheinigte Menge am Ende wert ist, entscheidet weiterhin der Markt.

Für N1 und N2 ändert sich nichts: Sie sind von § 7 Absatz 6 nicht erfasst und bleiben beim Faktor nach § 5 Absatz 3. Konkrete Jahrespauschalen für einzelne Verpflichtungsjahre gehören auf thg2026.de und thg2027.de.

Für die Quote zählt die Zulassung des Fahrzeugs, nicht die Ladesäule.

Wer stellt den Antrag: Spedition, Leasinggeber oder Fahrer?

Berechtigt ist, auf wen der Lkw in der Zulassungsbescheinigung Teil I zugelassen ist. Das kann eine Spedition sein, ein einzelner Fahrer als Selbstständiger, eine Leasinggesellschaft oder eine Kommune, je nachdem, wer im Schein steht. Nicht der Fahrer am Steuer entscheidet, sondern der Eintrag.

Beim Leasing hängt es vom Vertrag ab, wer als Halter eingetragen ist, mal der Leasingnehmer, mal die Leasinggesellschaft. Auch kommunale Betriebe und Behörden können teilnehmen: Die FAQ des Umweltbundesamts stellt klar, dass es für die Bescheinigung nicht relevant ist, ob das Fahrzeug auf eine natürliche oder eine juristische Person zugelassen ist, und dass auch Behörden mit ihren Elektrofahrzeugen am Quotenhandel teilnehmen und dafür Pooling-Dienstleister beauftragen dürfen.

Eine pauschale Regel, dass der Leasinggeber regelmäßig als Halter eingetragen sei, gibt es nicht, das entscheidet der jeweilige Vertrag. Wer eine Vollmacht für den Antrag braucht, klärt das direkt mit dem gewählten Anbieter, feste Formulierungen dafür geben wir hier nicht vor.

Wie läuft der Antrag für eine ganze Lkw-Flotte?

Für die THG-Quote zählt jeder Lkw einzeln: ein Vorgang je Fahrzeug, mit eigenem Schätzwert und eigener Zulassungsbescheinigung. Für eine Flotte lassen sich diese Vorgänge aber bündeln, das Umweltbundesamt stellt dafür eine Excel-Vorlage für die Mitteilung mehrerer Fahrzeuge bereit.

Für den Halter selbst gibt es keine Mindestmenge: Auch eine kleine Flotte oder ein einzelner Lkw kann gemeldet werden. Anders bei einem Dienstleister, der die Mitteilung anstelle des Halters vornimmt: Reicht dieser im selben Verpflichtungsjahr mehrere Mitteilungen ein, muss die jeweils vorhergehende mindestens 500 Megawattstunden umfasst haben (§ 8 Absatz 1 Satz 4 der 38. BImSchV). Bei den hohen Schätzwerten von N2 und N3 ist diese Grenze mit vergleichsweise wenigen Fahrzeugen erreicht.

Eine Bearbeitungsdauer nennt das Umweltbundesamt dazu nicht, eine Zusage gibt es dafür nicht. Den Ablauf bei uns zeigt So läuft es, das Bündeln mehrerer Fahrzeuge erklärt Sammelantrag für die Flotte, einen einzelnen Lkw trägst du unter Fahrzeug hochladen ein.

Vor der Flottenmeldung abhaken

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Welche Fristen und Ablehnungsgründe gelten?

Die Mitteilung der Strommenge für deinen E-Lkw muss bis zum Ablauf des 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres beim Umweltbundesamt eingegangen sein (§ 8 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 der 38. BImSchV). Der oft genannte 28. Februar des Folgejahres gilt nur für Strom aus öffentlich zugänglichen Ladepunkten nach § 6, nicht für den Fahrzeug-Schätzwert.

Die Anrechnung ist je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr nur einmal möglich. Unvollständige Mitteilungen lehnt die zuständige Stelle ab, das steht seit dem Zweiten Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote als eigener Absatz in § 8. Seit dem 17. April 2026 erhebt das Umweltbundesamt außerdem eine Gebühr für die Entscheidung über mitgeteilte Strommengen, zwischen 94,60 Euro und 6.500,00 Euro je Antrag, je nach Verwaltungsaufwand.

Offene Fragen zum Ablauf beantwortet Fragen und Antworten.

Vom Antrag bis zum Verkauf

  1. Zulassung auf den Betrieb

    Der Lkw ist auf dein Unternehmen zugelassen, Feld J zeigt N2 oder N3.

    Quelle [1]

  2. Bis zum Ablauf des 15. November des Verpflichtungsjahres

    Die Mitteilung der Strommenge muss beim Umweltbundesamt eingegangen sein.

    Quelle [2]

  3. Nach der Prüfung

    Das Umweltbundesamt entscheidet über die mitgeteilte Menge und erhebt seit dem 17. April 2026 dafür eine Gebühr zwischen 94,60 Euro und 6.500,00 Euro.

    Quelle [8]

  4. Danach

    Ein quotenverpflichtetes Unternehmen kauft die bescheinigte Menge. Der Betrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.

    Quelle [11]

  5. Ab dem Kalenderjahr 2027

    Für N3 (und M3) gilt zusätzlich der erhöhte Faktor 4 nach § 7 Absatz 6, mit stufenweiser Abschmelzung bis 2040.

    Quelle [5]

Depotladen, öffentliche Ladepunkte und Förderung sauber trennen

Der Schätzwert nach § 7 hängt an der Zulassung deines Lkw, nicht an der Ladesäule, an der er lädt. Ob du auf dem eigenen Betriebshof, beim Kunden oder an einer Depot-Wallbox lädst, ändert am pauschalen Wert nichts, gemessen wird hier ohnehin nicht.

Anders läuft es, wenn dein Unternehmen selbst öffentlich zugängliche Ladepunkte betreibt. Dafür gilt § 6 der 38. BImSchV mit eigener Messung der tatsächlich entnommenen Strommenge und einer eigenen Frist zum 28. Februar des Folgejahres. Das ist ein getrennter Vorgang, unabhängig vom Fahrzeug-Schätzwert für deine Lkw.

Für den Aufbau von Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof gibt es außerdem eine Bundesförderung, die sich von Zeit zu Zeit ändert. Aktuelle Programme und Aufrufe findest du gebündelt unter Förderung.

Häufige Fragen

Bekommt man für einen E-Lkw der Klasse N3 mehr THG-Quote als für einen Pkw?

Ja, der Schätzwert ist deutlich höher: 33.400 kWh für N3 gegenüber 2.000 kWh für einen Pkw der Klasse M1, jeweils je Fahrzeug und Verpflichtungsjahr, bekannt gegeben in der Bekanntmachung vom 10. August 2023. Was diese Menge wert ist, entscheidet trotzdem erst der Handel mit einem quotenverpflichteten Unternehmen.

Wo finde ich, ob mein Lkw N2 oder N3 ist?

In Feld J der Zulassungsbescheinigung Teil I. Die Grenze zieht die zulässige Gesamtmasse aus Feld F.1 und F.2: bis 3,5 Tonnen ist N1, über 3,5 bis 12 Tonnen N2, über 12 Tonnen N3.

Gilt der Faktor 4 auch für N2-Lkw?

Nein. Der neue § 7 Absatz 6 der 38. BImSchV gilt ab dem Kalenderjahr 2027 nur für die Klassen M3 und N3. Für N1 und N2 bleibt es beim allgemeinen Faktor nach § 5 Absatz 3.

Wer meldet die THG-Quote für einen geleasten E-Lkw?

Wer in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Halter steht, mal der Leasingnehmer, mal die Leasinggesellschaft, je nach Vertrag. Die Rechtsform spielt laut FAQ des Umweltbundesamts keine Rolle, auch Behörden und kommunale Betriebe können teilnehmen.

Bis wann muss ich meine Lkw-Flotte für die THG-Quote melden?

Bis zum Ablauf des 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres, für jedes Fahrzeug einzeln. Der oft genannte 28. Februar gilt nur für Strom aus öffentlichen Ladepunkten, nicht für den Fahrzeug-Schätzwert.

Kostet die THG-Quote für Lkw eine Gebühr?

Seit dem 17. April 2026 ja: Das Umweltbundesamt erhebt für die Entscheidung über mitgeteilte Strommengen eine Gebühr zwischen 94,60 Euro und 6.500,00 Euro je Antrag, je nach Verwaltungsaufwand.

Quellen

  1. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__7.html
  2. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__8.html
  3. gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__5.html
  4. umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/dokumente/banz_at_28.08.2023…
  5. recht.bund.de/bgbl/1/2026/163/regelungstext.pdf
  6. umweltbundesamt.de/system/files/document/260702_Anlage1_Veröffentlichun…
  7. umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/dokumente/2025-07-18_uba_faq…
  8. umweltbundesamt.de/themen/verkehr/kraftstoffe-antriebe/vollzug-38-bimsc…
  9. gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/anlage_xxix.html
  10. gesetze-im-internet.de/fzv_2023/anlage_6.html
  11. gesetze-im-internet.de/bimschg/__37a.html

Weiterführend

Redaktion thgverkauf.de. Zuletzt geprüft am . Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Der Auszahlungsbetrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.

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