THG-Prämie und Steuer für Privatpersonen
Ja, die THG-Prämie ist für eine Privatperson im Regelfall steuerfrei: Hältst du dein Elektroauto privat, fällt darauf weder Einkommensteuer noch Umsatzsteuer an, weil die Zahlung nach Auffassung der Finanzverwaltung als nicht steuerbare Leistung gilt. Für die Steuererklärung heißt das: Du musst die THG-Quote in aller Regel nicht angeben und dem Finanzamt auch nichts von dir aus melden. Zwei Ausnahmen kennt die Praxis trotzdem – ein Fahrzeug im Nebengewerbe und Empfehlungsprämien für geworbene Nutzer –, die dieser Artikel einzeln erklärt. Was am Ende bei dir ankommt, hat mit der Steuerfrage nichts zu tun; den Betrag dafür findest du auf der Preisseite.
Redaktion thgverkauf.deStand: 9 Min. Lesezeit
Ist die THG-Prämie für Privatpersonen steuerfrei?
Ja – wenn du ein reines Batterieelektrofahrzeug privat hältst, bleibt die THG-Prämie außen vor: weder Einkommensteuer noch Umsatzsteuer. Rechtsgrundlage dafür ist nicht die 38. BImSchV, die nur regelt, wer die Quote anmelden darf, sondern die Auffassung der Finanzverwaltung zur Elektromobilität. Das Bayerische Landesamt für Steuern formuliert es so: Im Privatvermögen sei die Prämienzahlung eine „nicht steuerbare Leistung“, die weder der Einkommensteuer noch der Umsatzsteuer unterliegt.
Für dich als Privatperson heißt das konkret: Du musst die Auszahlung nicht in der Einkommensteuererklärung angeben, und du stellst dafür keine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer aus, wie es ein Unternehmen müsste. Das gilt unabhängig davon, welches Modell du fährst und wie hoch die Auszahlung am Ende ausfällt. Steuerlich unterscheidet sich ein Kleinwagen nicht von einem großen Elektro-SUV, solange beide privat auf dich zugelassen sind. Was überhaupt als reines Batterieelektrofahrzeug zählt und wer grundsätzlich anmelden darf, erklärt Was ist die THG-Quote.
Zwei Fälle bringen diese klare Regel ins Wanken: ein Nebengewerbe und Empfehlungsprämien für geworbene Nutzer. Beide behandeln wir weiter unten einzeln, weil sie in der Praxis am häufigsten für Unsicherheit sorgen.
Die Zahlen zu Quote und Steuer
- Schätzwert je Pkw der Klasse M1 und Verpflichtungsjahr, unabhängig davon, ob privat oder gewerblich gehalten
- 2 000 kWh
- Quelle [5]
- Multiplikator auf die angerechnete Strommenge bis 2034, § 5 Absatz 3 der 38. BImSchV
- Faktor 3
- Quelle [1]
- Freigrenze für sonstige Einkünfte aus Leistungen im Kalenderjahr, § 22 Nummer 3 EStG – relevant für Empfehlungsprämien, nicht für die THG-Prämie selbst
- 256 Euro
- Quelle [3]
Was bedeutet „nicht steuerbar“ für deine Steuererklärung?
„Nicht steuerbar“ ist mehr als „steuerfrei“. Steuerfrei bedeutet: Eine Einnahme fällt grundsätzlich unter eine Steuerart, wird aber ausdrücklich von ihr ausgenommen. Nicht steuerbar bedeutet: Die Zahlung erfüllt von vornherein keinen der Tatbestände, an die das Einkommensteuergesetz oder das Umsatzsteuergesetz anknüpfen. Genau das sagt das Bayerische Landesamt für Steuern über die Prämie im Privatvermögen.
Praktisch bedeutet das für deine Steuererklärung: Du musst die THG-Quote in aller Regel nicht angeben, weder als sonstige Einkünfte noch als privates Veräußerungsgeschäft. Es gibt dafür keine passende Anlage, weil es keinen Tatbestand gibt, den du dort eintragen müsstest. Du musst die Auszahlung also weder suchen noch aktiv erklären, dass du sie nicht versteuerst.
Bewahre trotzdem die Bestätigung auf, die du nach der Auszahlung von uns bekommst. Sie nennt Betrag und Grund der Zahlung und hilft dir, falls das Finanzamt bei einer allgemeinen Prüfung nachfragt, woher eine Gutschrift auf deinem Konto stammt.
Wo endet „privat“ und beginnt Betriebsvermögen?
Die Grenze verläuft nicht an deinem Namen, sondern an deinem Fahrzeug selbst. Ordnest du dein Elektroauto keinem Betrieb zu – du setzt es nicht als Betriebsausgabe an, ziehst keine Abschreibung dafür und hast keine Vorsteuer aus dem Kauf geltend gemacht –, bleibt es Privatvermögen, auch wenn du nebenbei selbstständig bist. Die THG-Prämie für genau dieses Fahrzeug bleibt dann nicht steuerbar.
Setzt du dasselbe Fahrzeug dagegen in deiner Buchführung an, wechselt die Prämie die Seite: Sie wird zur Betriebseinnahme, und ist das Fahrzeug zusätzlich deinem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zugeordnet, kommt Umsatzsteuer hinzu. Diese Zuordnung triffst du beim Kauf oder in der laufenden Buchführung, nicht rückwirkend beim Anmelden der THG-Quote.
Bei Leasing- oder Firmenfahrzeugen kommt oft noch eine zweite Frage dazu: wer überhaupt als Halter zählt. Das erklärt THG-Quote beim Leasing: wer bekommt sie. Entscheidend bleibt in jedem Fall, wer laut Fahrzeugschein Halter ist; wie du diesen Nachweis führst, erklärt Fahrzeugschein-Felder für die THG-Quote.
Bleibt dein Fahrzeug steuerlich privat?
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Ändert ein Nebengewerbe etwas an der Steuerfreiheit?
Nein, nicht automatisch. Ein Nebengewerbe ist eine zweite, meist kleinere selbstständige Tätigkeit neben einem Hauptjob. Nach § 15 Absatz 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes ist ein Gewerbebetrieb eine selbständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht, die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt. Das beschreibt deine Tätigkeit, nicht automatisch jedes Fahrzeug, das du daneben privat besitzt.
Nutzt du dein Elektroauto nur für private Fahrten und nicht für dein Nebengewerbe, bleibt es Privatvermögen – unabhängig davon, dass du nebenbei ein Gewerbe angemeldet hast. Die THG-Prämie für dieses Fahrzeug bleibt dann nicht steuerbar, genau wie bei jeder anderen Privatperson.
Fährst du mit demselben Fahrzeug auch für dein Nebengewerbe, etwa zu Kundenterminen, wird die Sache zu einer Frage der Zuordnung: Notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen entsteht durch die tatsächliche Nutzung und Bilanzierung, nicht schon durch die bloße Existenz des Gewerbes. Meldest du für dein Nebengewerbe mehrere Fahrzeuge, bündelt ein Dienstleister die Mitteilungen über einen Sammelantrag für Flotten; das ändert nichts an der Steuerfrage für dein privates Fahrzeug. Wo die Grenze in deinem Fall liegt, klärst du am besten vorab mit deinem Finanzamt.
Kurzcheck: darfst du die THG-Quote anmelden?
Drei Angaben aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, dann steht die Antwort. Der Check rechnet nur die Regeln nach, die im Gesetz stehen, und speichert nichts.
Der Check ersetzt keine Prüfung. Verbindlich wird es erst, wenn wir den Fahrzeugschein gesehen haben.
Musst du die Prämie in der Steuererklärung angeben?
Für ein privat gehaltenes Fahrzeug lautet die kurze Antwort: nein. Weil die THG-Quote als nicht steuerbare Leistung gilt, fehlt ihr die Grundlage, um in der Einkommensteuererklärung überhaupt aufzutauchen. Du trägst sie weder unter sonstigen Einkünften noch unter Kapitalerträgen ein, weil sie keiner dieser Kategorien entspricht.
Anders ist die Lage nur, wenn dein Fahrzeug zum Betriebsvermögen gehört; dann läuft die Prämie über deine Gewinnermittlung, nicht über die private Steuererklärung. Für die reine Privatnutzung bleibt es dabei: keine Zeile, kein Formular, keine Meldung an das Finanzamt zur THG-Quote nötig.
Empfehlenswert bleibt trotzdem, die Bestätigung über die Auszahlung geordnet abzulegen, am besten zusammen mit der Kopie deines Fahrzeugscheins. Kommt später eine allgemeine Rückfrage vom Finanzamt zu einer Kontobewegung, kannst du die Herkunft in wenigen Minuten belegen, statt danach suchen zu müssen. Den technischen Ablauf der Anmeldung selbst erklärt So läuft es.
Wann die Meldung läuft und was das für dich bedeutet
Im laufenden Verpflichtungsjahr
Ein von dir bestimmter Dritter meldet die Strommenge deines Fahrzeugs beim Umweltbundesamt; als Privatperson bestimmst du ihn in Textform.
Nach der Bescheinigung
Das Umweltbundesamt bestätigt Strommenge und Treibhausgasminderung. Für deine Unterlagen lohnt sich diese Bescheinigung als Beleg, falls das Finanzamt zur THG-Quote nachfragt.
Jedes Verpflichtungsjahr neu
Die Anrechnung gilt nur für ein Jahr, die steuerliche Einordnung bleibt aber gleich, solange sich an deiner privaten Nutzung nichts ändert. Fristen für ein bestimmtes Jahr findest du auf thg2026.de.
Ist eine Provision aus dem Creator-Programm steuerfrei?
Nein, nicht automatisch – rechtlich ist das etwas anderes als die THG-Prämie selbst. Vermittelst du über das Creator-Programm einen Abschluss und bekommst dafür eine Provision, ist das eine eigenständige Zahlung für deine Werbeleistung, keine Auszahlung aus der THG-Quote. Die Aussage des Bayerischen Landesamts für Steuern zur „nicht steuerbaren“ Prämienzahlung bezieht sich auf die THG-Prämie, nicht auf Vermittlungsvergütungen.
Solche gelegentlichen Vergütungen fallen typischerweise unter § 22 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes, „Einkünfte aus Leistungen“. Dafür gilt eine Freigrenze von 256 Euro im Kalenderjahr: Bleibst du mit allen solchen Vergütungen zusammen darunter, fällt keine Einkommensteuer an; überschreitest du sie, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Wie dein Fall genau einzuordnen ist, hängt von der Höhe und Häufigkeit dieser Vergütungen ab und ist keine Frage, die wir für dich beantworten. Behalte deine Vermittlungsvergütungen für das Kalenderjahr im Blick und sprich bei Unsicherheit dein Finanzamt oder eine Steuerberatung an. Kurze Antworten rund um Empfehlungen und Auszahlung findest du außerdem unter Häufige Fragen.
Was tust du, wenn das Finanzamt nachfragt?
Grundsätzlich musst du nichts von dir aus tun: Die THG-Prämie für ein privat gehaltenes Fahrzeug ist nicht steuerbar, und das Finanzamt erwartet dazu keine Meldung. Kommt trotzdem eine konkrete Rückfrage, etwa im Rahmen einer allgemeinen Kontenprüfung, reicht in aller Regel die Bestätigung, die du nach der Auszahlung von uns bekommst, zusammen mit dem Hinweis auf die Einordnung des Bayerischen Landesamts für Steuern.
Schwieriger wird es nur in den Grenzfällen von oben: Betriebsvermögen, ein Nebengewerbe mit gemischter Nutzung oder viele Empfehlungsprämien im selben Jahr. Dort lohnt sich ein kurzes Gespräch mit deiner Steuerberatung, bevor du etwas in der Erklärung einträgst oder weglässt – diese Einzelfallentscheidung können und dürfen wir dir nicht abnehmen.
Jahresbezogene Fristen und Pauschalen für ein bestimmtes Verpflichtungsjahr findest du gebündelt auf thg2026.de, dieser Artikel bleibt bewusst jahresunabhängig. Willst du dein Fahrzeug anmelden, findest du den Ablauf unter Fahrzeug eintragen, was wir dafür zahlen, steht auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Muss ich die THG-Prämie in der Einkommensteuererklärung angeben?
Nein, nicht wenn dein Elektroauto privat auf dich zugelassen ist. Das Bayerische Landesamt für Steuern stuft die Prämienzahlung im Privatvermögen als nicht steuerbare Leistung ein, die weder der Einkommensteuer noch der Umsatzsteuer unterliegt. Es gibt deshalb keine Zeile in der Steuererklärung, in die sie gehört. Anders ist es nur, wenn das Fahrzeug zum Betriebsvermögen zählt.
Fällt Umsatzsteuer an, wenn ich meine THG-Quote privat verkaufe?
Nein. Solange dein Fahrzeug im Privatvermögen bleibt, ist die Prämienzahlung nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht umsatzsteuerbar. Du stellst dafür keine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer aus, wie es ein Unternehmen tun müsste. Das ändert sich erst, wenn das Fahrzeug deinem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zugeordnet ist.
Ich habe ein Nebengewerbe – zählt mein Auto trotzdem als privat?
Das kommt auf das einzelne Fahrzeug an, nicht auf dein Nebengewerbe insgesamt. Setzt du das Auto nicht als Betriebsausgabe an und nutzt es nicht für dein Gewerbe, bleibt es Privatvermögen, und die THG-Prämie bleibt nicht steuerbar. Nutzt du es auch geschäftlich, kann es zu Betriebsvermögen werden; das prüfst du am besten mit deinem Finanzamt.
Muss ich eine Provision aus dem Creator-Programm versteuern?
Das ist keine THG-Prämie, sondern eine Vergütung für deine Vermittlung, für die die Einordnung der THG-Prämie nicht gilt. Solche gelegentlichen Vergütungen fallen typischerweise unter § 22 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes mit einer Freigrenze von 256 Euro im Kalenderjahr. Bleibst du darunter, fällt keine Einkommensteuer an; darüber wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Der Einzelfall gehört vor deine Steuerberatung.
Brauche ich eine Bescheinigung für das Finanzamt?
Eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht, weil du die nicht steuerbare Prämie ohnehin nicht erklären musst. Praktisch lohnt sich trotzdem, die Bestätigung über deine Auszahlung aufzubewahren. Fragt das Finanzamt bei einer allgemeinen Prüfung nach einer Kontobewegung, kannst du damit sofort belegen, woher das Geld stammt und warum es nicht steuerpflichtig ist.
Gilt die Steuerfreiheit auch für ein geleastes Fahrzeug?
Es kommt darauf an, wer laut Fahrzeugschein als Halter eingetragen ist und ob das Fahrzeug dort privat oder betrieblich läuft. Bist du privat eingetragen und nutzt das Auto privat, gilt dieselbe Steuerfreiheit wie beim Kauf. Wer bei Leasing überhaupt als Halter zählt, hängt vom Vertrag ab und ist unabhängig von der Steuerfrage.
Quellen
- gesetze-im-internet.de/bimschv_38_2017/__5.html
- lfst.bayern.de/steuerinfos/weitere-themen/elektromobilitaet
- gesetze-im-internet.de/estg/__22.html
- gesetze-im-internet.de/estg/__15.html
- umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/dokumente/banz_at_28.08.2023…
- umweltbundesamt.de/themen/verkehr/kraftstoffe-antriebe/vollzug-38-bimsc…
Weiterführend
Redaktion thgverkauf.de. Zuletzt geprüft am . Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Der Auszahlungsbetrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.
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