THG-Prämie im Betrieb: Betriebseinnahme, Umsatzsteuer, Buchung
Läuft dein Elektrofahrzeug im Betrieb, ist die THG-Prämie kein Taschengeld nebenbei, sondern eine Betriebseinnahme mit eigenen Regeln bei Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer. Dieser Ratgeber ordnet ein, was sich dadurch gegenüber der Prämie im Privatvermögen ändert, wie du sie im SKR03 buchst und welche Unterlagen dafür reichen – er ersetzt aber keine individuelle Steuerberatung.
Redaktion thgverkauf.deStand: 8 Min. Lesezeit
Was hat die THG-Quote mit meinem Firmenfahrzeug zu tun?
Die THG-Quote ist im Kern eine Pflicht für Mineralölunternehmen: Sie müssen die Treibhausgasemissionen ihrer Kraftstoffe jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz senken. Strom, der zum Laden eines reinen Batterieelektrofahrzeugs aus dem Netz entnommen wurde, darf darauf angerechnet werden. Für privat oder betrieblich geladene Fahrzeuge setzt das Umweltbundesamt dafür einen pauschalen Schätzwert je Fahrzeug und Jahr an, ohne dass jemand den tatsächlichen Ladestrom misst.
Technisch läuft das über eine „bestimmte Person“ (Dritter), die den Antrag beim Umweltbundesamt stellt, die Bescheinigung über die anrechenbare Strommenge erhält und sie anschließend an ein quotenverpflichtetes Unternehmen verkauft. Das Amt selbst zahlt nichts aus, es stellt nur den Nachweis aus. Steht dein Fahrzeug im Betriebsvermögen, ist genau dieser letzte Schritt steuerlich relevant: Die Zahlung, die am Ende bei deinem Betrieb ankommt, ist Betriebseinnahme, mit eigenen Regeln bei Ertrag- und Umsatzsteuer. Den vollständigen Ablauf unabhängig vom Steuerthema erklärt Was ist die THG-Quote?, welche Fahrzeuge grundsätzlich infrage kommen, zeigt die Übersicht Fahrzeuge.
Kurzcheck: Bekommt dein Betrieb die THG-Quote?
Drei Angaben aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, dann steht die Antwort. Der Check rechnet nur die Regeln nach, die im Gesetz stehen, und speichert nichts.
Der Check ersetzt keine Prüfung. Verbindlich wird es erst, wenn wir den Fahrzeugschein gesehen haben.
Ist die THG-Prämie für ein Fahrzeug im Betriebsvermögen eine Betriebseinnahme?
Ja. Ist ein reines Batterieelektrofahrzeug dem notwendigen oder dem gewillkürten Betriebsvermögen zugeordnet, ist die daraus entstehende THG-Prämie als Betriebseinnahme nach § 8 Absatz 1 Einkommensteuergesetz zu erfassen. Das ist keine Ausnahme, sondern die reguläre steuerliche Einordnung, die auch das Bayerische Landesamt für Steuern für die Elektromobilität so beschreibt: Die Prämie fließt in den steuerpflichtigen Gewinn ein, zusammen mit allen anderen Betriebseinnahmen.
Für dich als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Kapitalgesellschaft bedeutet das: Die Prämie erhöht den Gewinn und wird über Einkommen- oder Körperschaftsteuer erfasst, bei Gewerbebetrieben zusätzlich über die Gewerbesteuer. Sie zählt unabhängig davon, ob du das Fahrzeug im Verpflichtungsjahr selbst genutzt oder Mitarbeitenden überlassen hast – entscheidend ist die Zuordnung zum Betriebsvermögen, nicht die konkrete Nutzung im Alltag. Wer bei einem überlassenen Firmenwagen als Halter und damit als Anspruchsberechtigter gilt, ordnet THG-Quote beim Firmenwagen: wer bekommt sie? ein.
Für den Zeitpunkt der Gewinnwirkung gilt die allgemeine Systematik deines Betriebs: Ermittelst du deinen Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung, zählt die Prämie in dem Jahr, in dem sie dir tatsächlich zufließt. Bilanzierst du, kommt es auf den Zeitpunkt an, zu dem der Anspruch entstanden und hinreichend sicher ist, also regelmäßig auf die Bestätigung durch den Quotenhändler, nicht schon auf die bloße Anmeldung. Für beide Gewinnermittlungsarten gilt gleichermaßen, dass die Prämie in den steuerpflichtigen Gewinn eingeht, nur der Zeitpunkt unterscheidet sich.
Warum ist das bei privat gehaltenen Fahrzeugen anders?
Steht dasselbe Fahrzeug im Privatvermögen, gilt eine andere Einordnung. Nach einer bundeseinheitlich abgestimmten Verwaltungsauffassung der Finanzverwaltung ist die THG-Prämie im Privatvermögen eine nicht steuerbare Leistung: weder Einkommen- noch Umsatzsteuer fallen an. Begründet wird das unter anderem damit, dass es an einer „Anschaffung“ fehlt, wodurch die Prämie nicht als privates Veräußerungsgeschäft gilt, und dass keine nachhaltige unternehmerische Tätigkeit im umsatzsteuerlichen Sinn vorliegt.
Wichtig ist die Formulierung „nach heutiger Verwaltungsauffassung“: Es handelt sich um eine abgestimmte Praxis der Finanzämter, nicht um ein Gesetz mit Bestandsgarantie. Für dich als Unternehmer bedeutet die Abgrenzung: Sobald ein Fahrzeug dem Betrieb zugeordnet ist, verlässt du diesen steuerfreien Bereich, und die Prämie wird zur Betriebseinnahme aus dem vorherigen Abschnitt. Was das für dich als Privatperson mit eigenem Elektroauto konkret bedeutet, erklärt THG-Prämie versteuern: was für Privatpersonen gilt.
Muss ich auf die THG-Prämie Umsatzsteuer ausweisen?
Wenn du ein Elektrofahrzeug deinem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zugeordnet hast und regelbesteuerter Unternehmer bist, ja. Überträgst du die THG-Quote gegen Vergütung an einen Ankäufer, ist das Teil deiner unternehmerischen Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 1 Umsatzsteuergesetz und unterliegt damit regelmäßig der Umsatzsteuer, in aller Regel mit dem Regelsteuersatz von 19 Prozent, weil keine der Ausnahmen für den ermäßigten Satz greift.
Für dich bedeutet das praktisch: Die von uns gezahlte Vergütung solltest du intern als Nettobetrag zuzüglich Umsatzsteuer behandeln, auch wenn du sie als einen einzigen Betrag ausgezahlt bekommst. Wie du das im Detail ausweist, hängt von deiner Rechnungsstellung ab; kläre das im Zweifel mit deinem Steuerberater, bevor du die erste THG-Prämie verbuchst. Was aktuell an Vergütung möglich ist, zeigen unsere Preise.
Fällt bei dir Umsatzsteuer an, meldest du sie im gleichen Voranmeldungszeitraum, in dem dir die Prämie zugeflossen ist, zusammen mit deinen übrigen Umsätzen beim Finanzamt an. Stellt dir im Zusammenhang mit der Anmeldung jemand Kosten mit ausgewiesener Umsatzsteuer in Rechnung, kannst du diese als Vorsteuer geltend machen, sofern du regelbesteuerter Unternehmer bist.
Was gilt, wenn ich Kleinunternehmer bin?
Nutzt du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Absatz 1 Umsatzsteuergesetz, weist du auf der THG-Prämie keine Umsatzsteuer aus und kannst im Gegenzug auch keine Vorsteuer aus damit zusammenhängenden Kosten ziehen. Die Prämie selbst bleibt trotzdem eine Betriebseinnahme im ertragsteuerlichen Sinn, nur der umsatzsteuerliche Teil entfällt.
Was dabei häufig übersehen wird: Die THG-Prämie zählt zu deinem Gesamtumsatz, der über die Kleinunternehmergrenzen entscheidet. Liegt dein Umsatz ohnehin nah an der Grenze, kann eine zusätzliche Prämie diese Grenze überschreiten und dich im Folgejahr in die Regelbesteuerung zwingen. Ob genau das bei dir der Fall ist, lässt sich nur anhand deiner tatsächlichen Umsatzzahlen und mit deinem Steuerberater klären, nicht pauschal anhand dieses Ratgebers. Speziell für Einzelunternehmer und Freiberufler mit Firmenfahrzeug geht THG-Quote für Einzelunternehmer und Freiberufler weiter ins Detail.
Du kannst auf die Kleinunternehmerregelung auch freiwillig verzichten und zur Regelbesteuerung optieren, etwa wenn du ohnehin regelmäßig Vorsteuer aus Anschaffungen ziehen willst. Ein solcher Verzicht bindet dich für mehrere Jahre; wäge das nicht allein wegen einer einzelnen THG-Prämie ab, sondern anhand deiner gesamten unternehmerischen Situation.
Wie buche ich die THG-Prämie im SKR03?
Für die reguläre Erfassung im SKR03-Kontenrahmen bietet sich bei Regelbesteuerung das Erlöskonto 8400 „Erlöse 19 % USt“ an, während die zugehörige Umsatzsteuer über dein übliches Umsatzsteuerkonto läuft. Bist du Kleinunternehmer nach § 19 Absatz 1 UStG, gibt es dafür ein eigenes Konto: 8195 „Erlöse als Kleinunternehmer i. S. d. § 19 Abs. 1 UStG“, auf dem du die Prämie ohne Umsatzsteuerausweis erfasst.
Manche Kanzleien buchen die Prämie stattdessen grundsätzlich als sonstigen betrieblichen Ertrag statt als Umsatzerlös, weil es sich nicht um den eigentlichen Geschäftszweck handelt. Welches Konto und welche Variante zu deiner Buchhaltung passt, klärst du am besten mit deiner Kanzlei oder deiner Buchhaltungssoftware; SKR04 und individuelle Kontenpläne nummerieren anders. Entscheidend ist nicht die exakte Kontonummer, sondern dass die Prämie überhaupt als Erlös und nicht als durchlaufender Posten verbucht wird. Hast du mehrere Fahrzeuge im Betrieb, lohnt sich oft ein gebündelter Antrag, siehe THG-Quote für die Fahrzeugflotte anmelden.
Die Zahlen zur THG-Prämie im Betrieb
- Rechtsgrundlage: THG-Prämie ist Betriebseinnahme bei Fahrzeugen im Betriebsvermögen
- § 8 Abs. 1 EStG
- Quelle [1]
- Übertragung der THG-Quote aus einem Unternehmensfahrzeug ist unternehmerische Tätigkeit und damit umsatzsteuerpflichtig
- § 2 Abs. 1 UStG
- Quelle [2]
- THG-Prämie im Privatvermögen: weder einkommen- noch umsatzsteuerpflichtig nach aktueller Verwaltungsauffassung
- nicht steuerbar
- Quelle [1]
- Kleinunternehmerregelung: keine Umsatzsteuer auf die THG-Prämie, dafür kein Vorsteuerabzug
- § 19 Abs. 1 UStG
- Quelle [5]
- UBA-Gebührenrahmen je Antrag seit 17.04.2026, trifft den Antragsteller
- 94,60 bis 6.500 Euro
- Quelle [6]
Welche Unterlagen brauchen Buchhaltung und Steuerberater?
Für die Verbuchung reicht in der Praxis die Abrechnung, die du von uns nach der Auszahlung erhältst: Sie zeigt den Betrag und, bei regelbesteuerten Unternehmen, den Umsatzsteueranteil. Ergänzend solltest du dokumentieren, dass und seit wann das Fahrzeug deinem Betriebsvermögen zugeordnet ist, damit die Einordnung als Betriebseinnahme im Zweifel nachvollziehbar bleibt.
Ein Punkt, der bei Betriebsfahrzeugen zusätzlich hilft: Meldest du dein Fahrzeug über einen Sammelanbieter wie uns an, bist rechtlich nicht du, sondern wir Antragsteller gegenüber dem Umweltbundesamt. Die seit dem 17. April 2026 geltende Bearbeitungsgebühr von 94,60 bis 6.500 Euro je Antrag trifft damit uns als Antragsteller, nicht deinen Betrieb als zusätzliche Ausgabe. Wie der gesamte Ablauf von der Anmeldung bis zur Auszahlung funktioniert, zeigt So funktioniert's; deine Zulassungsbescheinigung kannst du direkt unter Fahrzeug hochladen einreichen. Weitere Einzelfragen beantworten die häufigen Fragen.
Checkliste für die Verbuchung im Betrieb
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Häufige Fragen
Ist die THG-Prämie für mein Firmenfahrzeug steuerfrei wie bei Privatpersonen?
Nein. Sobald das Fahrzeug im Betriebsvermögen steht, ist die Prämie eine Betriebseinnahme nach § 8 Absatz 1 EStG und unterliegt Einkommen- oder Körperschaftsteuer sowie bei Gewerbebetrieben der Gewerbesteuer. Die Steuerfreiheit nach aktueller Verwaltungsauffassung gilt ausschließlich für Fahrzeuge im Privatvermögen.
Fällt für die THG-Prämie im Betrieb Umsatzsteuer an?
Bei regelbesteuerten Unternehmen ja, weil die Übertragung der THG-Quote als Teil der unternehmerischen Tätigkeit nach § 2 Absatz 1 UStG gilt. Als Kleinunternehmer nach § 19 Absatz 1 UStG weist du dagegen keine Umsatzsteuer aus.
Auf welches Konto buche ich die THG-Prämie im SKR03?
Bei Regelbesteuerung bietet sich das Erlöskonto 8400 an, als Kleinunternehmer das Konto 8195. Welches Konto zu deinem individuellen Kontenrahmen passt, prüfst du am besten mit deiner Buchhaltungssoftware oder deinem Steuerberater.
Zählt die THG-Prämie zur Kleinunternehmergrenze?
Ja, sie zählt zu deinem Gesamtumsatz. Liegt dein Umsatz nah an der Grenze, kann die Prämie dazu führen, dass du im Folgejahr in die Regelbesteuerung wechselst.
Wer ist bei einem Sammelantrag über einen Anbieter Antragsteller gegenüber dem Umweltbundesamt?
Meldest du dein Fahrzeug über uns an, sind wir der bestimmte Dritte und damit Antragsteller. Die seit dem 17. April 2026 geltende UBA-Gebühr von 94,60 bis 6.500 Euro je Antrag trifft uns, nicht deinen Betrieb.
Ersetzt dieser Ratgeber eine steuerliche Beratung?
Nein. Er ordnet die THG-Prämie steuerlich ein und nennt die zugrunde liegenden Quellen, ersetzt aber keine individuelle Prüfung durch deinen Steuerberater, besonders bei gemischter Nutzung oder Grenzfällen bei der Kleinunternehmerregelung.
Quellen
- lfst.bayern.de/steuerinfos/weitere-themen/elektromobilitaet
- raw-partner.de/service/blog/einkuenfte-aus-der-thg-quote-eine-steuerlic…
- ecovis-kso.com/blog/steuern-und-buchhaltung-bei-thg-quote-und-elektroau…
- buchungssatz.de/de_DE/konto/skr03/8400.html
- buchungssatz.de/de_DE/konto/skr03/8195.html
- umweltbundesamt.de/themen/verkehr/kraftstoffe-antriebe/vollzug-38-bimsc…
- umweltbundesamt.de/system/files/medien/366/dokumente/banz_at_28.08.2023…
Weiterführend
- Was ist die THG-Quote? Grundlagen für E-Auto-Halter
- Fahrzeug eintragen
- THG-Quote beim Firmenwagen: wer die Prämie bekommt
- THG-Prämie und Steuer für Privatpersonen
- Preise und Auszahlung
- THG-Quote für Selbstständige und Freiberufler
- THG-Quote für die Flotte: Sammelantrag für viele Fahrzeuge
- So läuft es
- Fahrzeugschein hochladen
- Häufige Fragen
Redaktion thgverkauf.de. Zuletzt geprüft am . Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Der Auszahlungsbetrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.
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